
Herrath ..
.. und der Dorfteich

Historisch befand sich im Quellbereich des Mühlenbaches in Herrath ein Dorfteich, der eng mit dem Ursprung des Bachlaufes verbunden war und früher im Oberlauf auch Alsbach genannt wurde. Foto HuVV Wickrath
Der Dorfweiher hatte den Zweck das Regenwasser zu sammeln, und Überschwemmungen zu verhindern. Daneben diente er bei einem Brand als Löschteich. Emil Esser ließ 1926 den verwahrlosten Platz auf eigene Kosten herrichten und bepflanzen. Die Häuser im Hintergrund wurden von den Familien, von rechts: Wilh. Joeres, dem Metzger Thelen, Wilh. Küppers, Weitz und Zander bewohnt.

Herrath wurde als Hoerath, das heißt Rodung auf der Höhe, an der Wasserscheide von Niers und Schwalm errichtet. Weitere frühere Schreibweisen sind Heraidt und Herraide. 1975 wurde Herrath als Teil der Gemeinde Wickrath zur Stadt Mönchengladbach eingemeindet.

Die Neugestaltung des Quellbrunnens findet nicht überall Anklang. Der kalte Betonguss, deutet nicht im Geringsten auf die historische Vergangenheit hin.
Historie: Die natürlichen Quellen des Mühlenbaches entsprangen mitten im Ort. Das austretende Quellwasser speiste ursprünglich einen offenen Dorfteich, der als Lebensader und funktionale Wasserstelle für die Dorfgemeinschaft diente.

Heutiger Zustand: Durch das Absinken des Grundwasserspiegels (unter anderem infolge des nahen Braunkohletagebaus) sind die natürlichen Quellen heute vollständig versiegt.
Historischer Baum: Im historischen Ortskern von Herrath (rund um den Emil-Esser-Platz) stand vor langer Zeit eine mächtige Linde, die nur noch in der Erinnerung lebt. Daher die Bezeichnung „Herrather Linde“.
Als ich diese Aufnahme machte, kam mir eine junge Frau entgegen. Auf meine Frage, wo denn die „Herrather Linde“ stünde, klärte sie mich auf: „Was sie hier fotografieren sind Eichen“. Erst da habe ich mir das Blattwerk der Bäume angesehen, das hätte leicht schiefgehen können!
Geschichte: Lindenbäume dienten in früheren Jahrhunderten in vielen heimatlichen Dörfern als Treffpunkt für das gemeinschaftliche Leben, mit Festlichkeiten wie Osterfeuer oder Tanz in den Mai auf dem Dorfplatz.



Die traditionelle Dorfkneipe Dörp-Treff in Herrath wird von der Inhaberin Albertine Schmitz betrieben und bedient.


Eröffnung 1887: Herrath (damals Herath) erhielt seinen ersten Bahnhof mit einem festen Empfangsgebäude. Aufnahme von P.P. van Birgelen
Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor der Bahnhof an Bedeutung, behielt jedoch die Funktion einer Blockstelle. Das zerstörte Stellwerk in halbrunder Form wurde wieder an das Empfangsgebäude angebaut. Die Fahrkartenausgabe wurde am 30. Juni 1966 geschlossen und der Bahnhof wieder zum Haltepunkt herabgestuft. Der Haltepunkt Herrath verfügt über einen Mittelbahnsteig, der nur über den Bahnübergang erreicht werden kann. 1992 wurde das längst geschlossene, ehemalige Empfangsgebäude aus rotem Klinker aus dem Jahr 1931 verkauft und befindet sich seitdem in Privatbesitz.
Nicht alle Züge halten in Herrath. Sie sausen durch unsere niederrheinische Landschaft.

Der historische Kontext:
Teil der Reichsherrschaft Wickrath: Herrath gehörte im 18. Jahrhundert (der Entstehungszeit des Hauses um 1750) zur reichsunmittelbaren Reichsherrschaft Wickrath, die von den Grafen von Quadt regiert wurde. Ein Bau aus dieser Zeit fiel exakt in die Epoche, als auch das markante Wickrather Barockschloss erbaut wurde.

