Verseh-Garnitur


... früher in jeder katholischen Familie vorhanden! 

Verseh Garnitur
Verseh Garnitur (Foto: Werner Marx)
Krankensalbung oder heilige Ölung

ist vor allem in der katholischen Kirche eine praktizierte Handlung, die an Kranken vollzogen und vor allem mit Anweisungen aus dem 5. Kapitel des Jakobusbriefes begründet wird. In der römisch-katholischen Kirche, den altkatholischen und den orthodoxen Kirchen gilt die Krankensalbung als Sakrament. Früher wurde die Krankensalbung in der katholischen Kirche als „Letzte Ölung“ bezeichnet; sie wird noch heute im Volksmund so genannt.

Biblischer Bezug

Das Neue Testament stellt, wie bereits das Alte Testament, Krankheit und Leid in einen Bezug zu Gott als dem Herrn über Krankheit und Heilung. Von Jesus von Nazaret erzählen die Evangelien zahlreiche Krankenheilungen; im heilenden Wirken Jesu wird das Reich Gottes erfahrbar. Jesus trug seinen Jüngern auf, Kranken beizustehen und sie zu heilen. Die Jünger taten dies und verwendeten dabei als Zeichen ein seinerzeit übliches Mittel zur Wundheilung, die Salbung.

Der Brief des Jakobus lässt erkennen, dass in der christlichen Gemeinde in den letzten Jahrzehnten des ersten christlichen Jahrhunderts die Praxis der Krankensalbung bestand: 

„Ist einer unter euch krank, dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.“ 

Wenn ein Mitglied in der Familie sehr schwach und krank ist und das zu Hause nicht mehr selbständig verlassen kann, wird ein Priester zur Salbung und Heilungsgabe gerufen, der Kraft seines Amtes zum Handeln am Kranken befähigt ist. Salbung und Gebet gehören zusammen; vorrangiges Tun ist das Gebet „über den Kranken hin. Die „Salbung im Namen des Herrn“ hat begleitende Funktion. Die Wirkung des Handelns erwächst aus dem Gebet. Quelle Wikipedia

 

Ferdinand Waldmüller Der Versehgang 1836
Die neben stehende Szene habe ich heute noch vor Augen. Es war an einem kalten Wintertag im Jahre 1943 in Schiefbahn. Ich war gerade eingeschult worden und von unserem weit entlegenen Bauernhof gerade in Höhe der Hubertusstraße / Ecke Tömp angelangt, als mir in der Dunkelheit ein Messdiener mit einer Laterne, dahinter der Priester mit dem Allerheiligsten entgegenkam.
Ich fiel auf die Knie und bekreuzigte mich, wie man es mich gelehrt hatte. Erst als der Priester vorüber gegangen war, erhob ich mich wieder und setzte meinen Schulweg fort. Bild: Wikipedia

Krankensalbung
Krankensalbung
Jemandem die Sterbesakramente zu überreichen – war außerordentlich wichtig in Zeiten, in denen man nichts so sehr fürchtete als einen schlechten Tod. Unter einem schlechten Tod verstand man in der Vergangenheit, wenn er einen plötzlich und unvorbereitet ereilte. Der Sterbende wollte nicht im Zustand der Sündhaftigkeit ereilt werden. Deshalb waren in jeder Familie die Utensilien für die Spende der Sterbesakramente jeder Zeit zur Hand. Es war entscheidend für den letzten Kampf des Sterbenden mit dem Teufel und für sein Seelenheil nach seinem Tod. 

Die Krankensalbung ist in wesentlicher Bestandteil unseres Glaubens. Mitten ins Unheil bringt sie Heilung und Stärke. Die Krankensalbung ist bestimmt für Menschen in einem bedrohlich angegriffenen Gesundheitszustand. Das Sakrament kann wiederholt empfangen werden. Bislang darf laut Kirchenrecht ausschließlich ein Priester das Sakrament spenden. Daher ist es unverständlich, das angesichts des Priestermangels die Kirche so zögerlich ist, Diakone und andere qualifizierte Menschen als Spender der Krankensalbung zuzulassen.

Scheinbar bleibt, wie früher schon, nur noch Hilfe zur Selbsthilfe!

Wenn ein Tod geweihter Mensch fürchtete, nicht rechtzeitig die Sterbesakramente zu erhalten und auch kein langes Gebet mehr sprechen konnte, gab es für ihn die „Stoßgebete“ 

„Mein Gott, verzeih mir meine Sünden!“ - Gott, sei mir armen Sünder gnädig!“

Alte Trauerbräuche und ihre Ursprünge

Alte Volksbräuche, die aus volkstümlichen, christlichen und abergläubischen Traditionen überkommen sind, galten in unserer Heimat noch vor etwa 70 Jahren.

Kurz nach Eintritt des Todes wird ein Fenster geöffnet, damit die Seele hinausfliegen kann. Danach werden die Augen und der Mund des Verstorbenen geschlossen und das Gesicht bedeckt, damit der Tote Ruhe findet und niemanden nachholt.

Die Leiche wird aufgebahrt, gewaschen, gekleidet, geschmückt und bewacht. Zur Totenwache kommen die Nachbarn, zumeist Frauen und beten für den Verstorbenen. Geweihte Kerzen brennen neben dem Leichnam, solange der Tote im Haus ist, und dürfen nicht verlöschen.

Alle Spiegel sollen verhängt oder umgedreht werden. Alle Uhren werden angehalten, weil der Tote das Zeitliche verlassen hat. Er soll seine Ruhe finden. Alle im Haus müssen geweckt werden.

Am Abend vor der Beerdigung wird das Trauerhemd genäht. Alle treten zu dem Toten und bitten ihn um Verzeihung.

Die Trauerzeit betrug damals ein Jahr. Die Witwe, meine Mutter, trug schwarze Kleidung und durfte keinen Schmuck tragen. Ich erinnere mich, dass sie die schwarze Kleidung nach dem Sechswochenamt abgelegt hat.

Das alles erzähle ich aus eigenem Erleben, denn mein Vater starb in frühen Jahren. Meine Schwester und ich waren noch nicht volljährig und bekamen einen Vormund.

Dieser Artikel wurde aktualisiert am: Samstag, 4 November 2023