Rheinisches Pferdestammbuch

... wieder in Wickrath
 

Rechtzeitig zur Euroga 2002 kam das Rheinische Pferdestammbuch e.V. nach 91 Jahren wieder an seine historischen Wurzeln zurück. Der Zuchtverein verlegte seinen Sitz von Bonn in den aufwendig sanierten Ostflügel des Wickrather Barockschlosses zurück.

Ostflügel Schloss Wickrath. Sitz des Rheinischen Pferdestammbuchs
Ostflügel, Sitz des Rheinischen Pferdestammbuchs

Da Schloss Wickrath schon seit Mitte des 18. Jh. ein Zentrum für Pferdezucht war, richtete Napoleon 1806 ein Hengstdepot dort ein, um den Nachschub für seine Armeen zu sichern.

Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurde das Gestüt 1818 umgebaut und in eine Kavallerie-Kaserne umgewandelt. 1834 verließ die in Wickrath stationierte Garnison das Schloss und wenige Jahre später zog das königlich-preußische Landgestüt ein. Das Schloss selbst stand nicht viel länger als 87 Jahre. Nachdem der preußische Baurat Like den baulichen Zustand des Wickrather Schlosses als „ohne einen kunst- oder historischen Wert“ bezeichnete, wurde es 1859 abgerissen.

An seiner Stelle errichtete man fast zwei Jahrzehnte später das Landstallmeisterhaus, das 1912 durch einen Anbau erweitert wurde. Die Pferdezucht wurde seit dem Ende des 19. Jh. ständig ausgeweitet, so dass der Bestand an Hengsten bis zum Beginn des 1. Weltkriegs auf 210 anstieg.

Das Rheinische Pferdestammbuch ist die Zuchtorganisation der Pferdezüchter im Rheinland. Der Verein gründete sich 1892 in Wickrath und hatte dort bis 1911 seinen Sitz. Zu dieser Zeit konzentrierte sich die Zucht hauptsächlich auf Kaltblüter, die als Arbeitspferde zum Ziehen von schweren Wagen und bei der Ernte eingesetzt wurden. Ferner war in der Schlossanlage bis 1957 das Landgestüt, 1826 als Königlich-Preußisch-Rheinisch-Westfälisches Landgestüt gegründet, untergebracht.

Das Pferdezentrum Schloss Wickrath entstand 2002, als das Rheinische Pferdestammbuch seinen Sitz von Bonn wieder in das Schloss Wickrath verlegte. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Schloss Wickrath als Zentrum der rheinischen Pferdezucht wiederzubeleben. Seitdem wird der Ostflügel wieder als Pferdestall genutzt. Gegenüber der Schlossanlage befinden sich ein Turnierplatz, ein Reitstall und eine neue Veranstaltungshalle. Es finden dort Körungen, Hengst- und Eliteschauen, Leistungsprüfungen und andere Veranstaltungen statt. (Wikipedia)

 

Florestan I

Im Außenhof des Ostflügels stellte das Rheinische Pferdestammbuch noch zu Lebzeiten eine Bronzestatue des 2012 gestorbenen Hengstes Florestan I auf, eines der erfolgreichsten Deckhengste des Warendorfer Landgestüts. 
 
Rund ums Pferd, von der Deckstation über den Verkauf von Pferden und die Fortbildung von jungen Züchtern, sowie jährliche Reitveranstaltungen, fanden bisher statt. (Wikipedia)

Das Eröffnungs-Turnier im August 2002, lockte bei hochsommerlichen Wetter viele begeisterte Zuschauer in den Park. Die Darbietungen von Pferd und Reiter wurden mit großem Beifall bedacht.

Die Turniere wurden in den folgenden Jahren regelmäßig fortgeführt. Einmal musste der damalige Organisator das Turnier wegen ausbleibender Sponsorengelder absagen.

Vom 13. bis 15. September 2013 gab einen neuen Anfang mit Reit- und Springpferde-Prüfungen, Reiterwettbewerben sowie Springen der Klassen E – S.

Fotos: Werner Marx