
Münzfund von großem historischen Wert

Der Wickrather Marktplatz, 1957 vor seiner Entstehung. Vor der Kirche und dem Neubau der Sparkasse, sieht man noch die dicht aneinander gebauten Häuser der alten Ortslage. Sie mussten für die Neugestaltung der Ortsmitte abgerissen werden. Auch die alten Häuser unten links im Bild, bis zum Aufgang zur Klosterstraße wurden abgerissen Auf dem frei gewordenen Areal wurden neue Geschäftshäuser errichtet, darunter auch der Neubau von Anton Kieven, auf dessen Baugrund der historische Brunnen entdeckt wurde.

Am 11. Oktober 1958 wurde östlich vom „neuen Markt“ in Wickrath bei Ausschachtungsarbeiten von neuen Geschäftshäusern ein Brunnenschacht entdeckt. Im Mauerwerk wurden Silbermünzen und Tonkrug-Scherben gefunden. Die Münzen befanden sich in einem fast aufgelösten Leinensäckchen. Es waren mehr als 20 Silbermünzen aus dem 16. Jahrhundert.
Am 13. Oktober 1958 besichtigte der Ausgrabungsleiter des Rheinischen Landesmuseums, Tholen, die Fundstelle. Er erklärte der Fund sei von großer historischen Bedeutung. Ab diesem Tag wurden alle weiteren Ausschachtungsarbeiten vom Landesmuseum überwacht.
Bei der Betrachtung der Münzen hatte der Sachverständige des Landesmuseums erklärt, es wäre äußerst seltsam, dass keine Goldmünzen bei dem Fund beigelegen hätten. Durch einen reinen Zufall stellte sich heraus, dass die Finder des Münzschatzes, nur die Silbermünzen abgegeben, aber die beiliegenden Goldmünzen für sich behalten hatten.
Nach Tagen ging in Wickrath das Gerücht um, außer Kupfer und Silbermünzen wären auch Goldmünzen gefunden worden. Als der Besitzer des Grundstücks, Anton Kieven, davon erfuhr, benachrichtigte er die Kriminalpolizei.
Der auf seinem Grundstück entdeckte Brunnenschacht sollte mit einer Betonplatte abgedeckt werden, dazu mussten Abtragungen am Mauerwerk des Schachtes vorgenommen werden. Zwei Arbeiter wurden beauftragt diese Arbeit durchzuführen. Im Mauerwerk fand man eine zugemauerte Nische, in der eine Vase mit Goldmünzen gefunden wurde. Die beiden „Finder“ verschwiegen den Fund und behielten die Goldmünzen für sich. Auf undurchsichtige Weise wurden die Goldmünzen schnell verkauft. Inzwischen hatten sie schon mehrmals den Besitzer gewechselt. Fotos Anton Kieven
Bei einem der Finder stellte die Polizei die vollständig erhaltene Vase und einen Teil der Goldmünzen sicher. Es sollten 15 Goldmünzen in der Vase gelegen haben, vier davon konnten nicht mehr gefunden werden. Diese Goldmünzen waren z.T. auf das Jahr 1309 datiert.

Gemeindeinspektor Hans Meyer (stehend) und Gemeindeangestellter Josef Wartenberg betrachten mit einer Lupe die auf einem Baugrundstück in Wickrath gefundenen Münzen. WZ Rheydt 11.10.1958
Es handelt sich um große Münzen aus Walzgold mit sauber eingeschlagenem Wappen. Die vorgelegte Münze trägt die Jahreszahl 1309. Sie hat das dasselbe Wappen wie die Silber- und Kupfermünzen, die zur Untersuchung an das Landesmuseum übergeben wurden. Vom Sachverständigen wurden die Münzen als gotische Münzen erkannt.
Das Fundgefäß und insgesamt 46 Münzen wurden dem Rheinischen Landesmuseum zur wissenschaftlichen Auswertung vorgelegt. Bei dem Gefäß handelt es sich um einen einhenkeligen Krug (Langeweher Ware) 12,3 cm hoch aus hart grau gebranntem Ton, mit einer außen dunkelbraunen Salzglasur. Man fand Reste eines Leinensäckchen. Die 46 Münzen, 10 goldene und 36 silberne, gehören dem 1. Viertel des 15. Jahrhunderts an. Die Münzen müssen nach 1423 versteckt worden sein.

Währung und Münzen des neunzehntes und zwanzigsten Jahrhunderts
Durch den Einfluss Preußens auf die souveränen deutschen Kleinstaaten kam es 1871 zu einem deutschen Bund.

Fünfzigtausend Mark – 19. Nov. 1922
Bismarck als preußischer Kanzler ergriff die Initiative und ist der Architekt der deutschen Reichsbildung. Gleichzeitig sorgte er 1871 für eine einheitliche Währung des neuen Staates, die „Mark“. Als kleine Münze gab es den „Pfennig“. Man rechnete ab da in Mark und Pfennig. Wahrscheinlich gab es aus dieser Zeit den Begriff: „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert!“ Abb.Wikipedia

Abgestuft gab es vor dem Euro folgende Währungsentwicklung:
- Mark (1871 – 1923)
- Rentenmark (1923 – 1924)
- Reichsmark (1924 – 1948)
- Alliierte Militärmark (1944 – 1948)
- Deutsche Mark (1948 – 2001)
Die Währungsreform von 1948 trat am 20. Juni 1948 in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands in Kraft. Ab dem 21. Juni 1948 war dort die Deutsche Mark, auch „D-Mark“ alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel. Die beiden bisher gültigen Zahlungsmittel Reichsmark und Rentenmark (RM) wurden zwangsumgetauscht und dabei mehr oder weniger im Nennwert herabgesetzt. Die Währungsreform von 1948 gehört zu den bedeutendsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen der deutschen Nachkriegsgeschichte.
6. EURO (seit 1999)
Der Euro wurde am 1. Januar 1999 als Buchgeld und drei Jahre später am 1. Januar 2002 als Bargeld eingeführt. Damit löste er die nationalen Währungen als Zahlungsmittel ab.
Viele Bürger haben zu Anfang dem EURO misstraut. Auch heute gibt es noch viele, die die DM gerne wieder hätten.
Die „Gulden“ waren bis zur Einführung der Mark ein gängiges Zahlungsmittel.
Heute ist noch geläufig, ich hätte gerne einen Batzen Geld, also einen richtig dicken Geldbetrag. Dieser Begriff stammt aus der Schweiz, aus der Stadt Bern. Batzen waren kleine Silbermünzen. Bern (Stadt der Bären) oder Bätz. Daraus entwickelte sich später der Begriff „Batzen“. Der „Heller“ wurde zuerst in der Stadt Schwäbisch Hall geprägt. In einem Studentenlied singt man: „Ein Heller und ein Batzen, die waren beide mein, ja mein. Der Heller ward zu Wasser, der Batzen ward zu Wein“.



