Ött... jövt kenn Mösche mi -

Ött... jövt kenn Mösche mi -
... die Spatzen haben uns verlassen!

Spatzen auf Getreidehalmen


In vielen ländlichen Gebieten ist der kleine Vogel mit dem dezenten Federkleid, welcher seit 2002 auf der„Vorwarnstufe Rot“ steht, immer seltener anzutreffen. Die heutigen Häuser und Höfe haben ein dicht verputztes Mauerwerk, wo die Spatzen keine Nischen und Mauervorsprünge finden, wo sie ihre Nester bauen können.

Der Spatz ist ein überaus geselliger, standorttreuer Lebenskünstler. Mit Vorliebe pickt er auf, was der Mensch an Schmackhaftem fallen lässt, bzw. die Einsaat auf dem Acker. Früher galten die kleinen Vögel als unliebsame diebische „Schmarotzer“, denen man in tödlicher Absicht, nachstellte. Heute ist der niedliche Haussperling selten geworden und man freut sich, hin und wieder sein charakteristischen „Tschilp“ zu hören. Foto Stephan Marx

Haussperling, Foto Tina Barrutieta - Feldsperling, der Spatz, viel seltener anzutreffen, Foto Jacob Ehnmark, CC BY 2.0 

In Europa leben vier Verwandte des Haussperlings, die allesamt den Finken ähneln. Sie gehören in die Reihen der Singvögel. Ihre Melodie ist wenig melodisch, dafür aber um so hörbarer.

Obgleich der Sperling ein allgemein bekannter Vogel ist, empfiehlt es sich auf die unterschiedliche Färbung der Geschlechter zu achten. Das Männchen hat eine graue bis braungraue Kopfplatte; die Seiten und der Nacken sind kastanienbraun, Kehle und Kropf schwarz, der Rücken ist rotbraun und schwarz gestreift, der Bürzel bräunlich aschgrau und die Unterseite schmutzig grauweiß. Über die Flügel zieht sich eine weiße Querbinde. Das Weibchen ist dagegen unansehnlich braungrau gefärbt. Sein Nest baut der Sperling nicht nur in Höhlen, Nischen und Spalten der Gebäude unter Dachrinnen und Balken, sondern auch in freistehenden Bäumen. Auch dichtes Rankenwerk von Efeu und wildem Wein wählt er gerne zum Bau seines oft recht umfangreiches Nestes. Nach der Brutzeit versammeln sich Haus- und Feldsperlinge in großen Schwärmen. In früheren Zeiten fanden sie auf Getreidefeldern ausreichend Nahrung. Da diese Nahrungsquelle nicht mehr existiert, ist das Spatzen-Vorkommen erheblich zurückgegangen. Sperlinge haben drei Brutzeiten von März bis September.

Haussperlinge zu Gast in einem Natur nahen Garten in Oberhausen-Schmachtendorf - Foto Tina Barrutieta
 
Der bekannteste Verwandte des Haussperlings ist der Feldsperling. Im Volksmund Spatz genannt, die meisten finden keinen Unterschied zwischen den beiden Arten. Der Feldsperling ist etwas kleiner als der Haussperling, unterscheidet sich vom Haussperling vor allem durch eine rotbraun gefärbte Kopfplatte und den schwarzen Wangenfleck. 

Im Gegensatz zum Haussperling sind bei ihm Männchen und Weibchen gleich gefärbt. Feldsperlinge bevorzugen das Tiefland und besiedeln offene oder halboffene Landschaften. Auf Bauernhöfen kommt es vor, dass Feld- und Haussperling nebeneinander unter dem gleichen Dach nisten. 

Spatzen/Sperlinge beim Sandbaden und dem anschließenden Wasserbad
Fotos: Abubiju, Public domain, via Wikimedia Commons / Kim, CC BY 2.0
 
Viele Vögel baden gerne im Wasser, aber Spatzen baden auch gerne im Sand. Daher stammt auch der Begriff "Dreckspatz". Das Bad im Dreck scheint den Spatzen einen Riesenspaß zu machen. Sie machen es nicht ohne Grund: Es säubert, die feinen Sandkörner dringen zwischen das Gefieder und wenn sich der Spatz danach schüttelt, werden viele Parasiten mit dem Sand herausgeschleudert. Wie im Bild zu sehen macht das Planschen und die Abkühlung im Wasser den Tag perfekt und der Ruf ist gerettet.

Der Haussperling ist ein wichtiger Kulturfolger und Akteur im Ökosystem. Als Insektenfresser spielt er eine zentrale Rolle in der Nahrungskette, indem er Schädlinge und Larven vertilgt und so zur biologischen Schädlingsbekämpfung beiträgt. Im Herbst und Winter ernährt er sich hauptsächlich von Samen und trägt so zur Verbreitung von Pflanzensamen bei.

In diesem idyllischen Gartenbereich eines Bauernhofes saß ich vergeblich im Ansitz auf Spatzen. Mit mehr Geduld werde ich mich noch einmal auf die Lauer legen. Wenig später fand ich sie auf den Solarkollektoren eines Hausdaches. 
Fotos Werner Marx

Alte Bauerngehöfte in unserer Heimat waren sicher zur Hochzeit der Spatzenpopulation eine erste Wohnadresse. Sie würden sicher auch heute noch die Sperlinge zum Nestbau anreizen. Aber die Mauern sind so dicht verputzt, dass auch nicht die kleinste Ritze für unseren Freund vorhanden ist. Auch wegen des Fehlens der traditionellen Nahrung haben sich die „Spatzen“ aus unseren dörflichen Gebieten zurückgezogen. 
Nicht viel weiter auf meinem Weg nach Erkelenz fuhr ich im Schritttempo und offenem Fenster an einem Bauernhof mit alten Obstbäumen und einer dichtbewachsenen Hecke umschlossen, vorbei.
Plötzlich hörte ich das altvertraute Tschilpen und Gelärme von Haussperlingen. Bei herrlichem Wetter gelangen mir ein paar Schnappschüsse, nicht einfach, solch wibbelige Genossen einzufangen. Fotos Werner Marx

Der Spatz ist ein Lebenskünstler und siedelt sozusagen seit ewigen Zeiten mit den Menschen und pickt auf was der dieser an Nahrhaftem fallen lässt. Was früher noch auf Feldern und Straßen zu finden war, zum Beispiel Getreidekörner nach dem Dreschen auf der Tenne und im Hofraum von Bauernhöfen oder die unverdauten Haferkörner in den Pferdeäpfeln, “Pädsküetel“, fehlt heute völlig. Der Spatz muss ich genügen und wird deshalb seltener in unserer Heimat.

Dieses Spatzenpaar hat seinen Wohnsitz auf einer Insel im Lago Maggiore. Die Besucher lassen soviel an Nahrung fallen, das es sich für die beiden gut leben lässt. Fotos Werner Marx

Jedes Jahr am 20. März findet der Weltspatzentag statt, um auf den weltweiten Bestandsrückgang der Haussperlinge aufmerksam zu machen. Seit 1980 hat der Haussperling die Hälfte seines Bestands in Europa eingebüßt.

WLZ 29. April 1920
Wickrath, 26. April. In der unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Dißmann stattgefundenen Gemeinderats-sitzung wurde beschlossen, für die Straßenbahnstrecke Wickrathberg – Rheydt eine Wiedereinführung des 20 Minutenverkehrs zu fordern, andernfalls müsse eine Revision des mit der Stadt Rheydt abgeschlossenen 
Vertrages stattfinden. Der Gemeinderat ermächtigt den Vorsitzenden, die Forderung der Gemeinde gegenüber 
der Provinz auf angemessene Erhöhung des jährlichen Kostenbeitrages für die früheren Provinzstraßen durchzusetzen. Nachdem der Kreis eine Prämie 
von 5 Pfennig pro Spatzenkopf bewilligt hat zur einheitlichen Bekämpfung der Spatzenplage, wird 
seitens der Gemeinde ebenfalls eine Prämie von 
5 Pfennig für den abgelieferten Spatzenkopf bewilligt.

       
Bei der NABU-Vogelzählaktion „Stunde der Gartenvögel“ im Mai des Jahres 2025 war der Haussperling, so die genaue Bezeichnung des Vogels, wieder einmal der am häufigsten gezählte Vogel in unseren Gärten, obschon sich in den letzten 30 Jahren seine Anzahl insgesamt leider fast halbiert hat. So ist er auch in einigen Bereichen Mönchengladbachs kaum noch zu beobachten.

Spatzen sind sehr gesellig und oft in lärmenden Trupps unterwegs, die einander ständig verfolgen und dabei tschilpen und zetern. Sie sind neugierig und verlieren rasch die Scheu, weshalb sie auch als „frech“ gelten. 
In früheren Jahren galten Sperlinge zu Unrecht als große Ernteschädlinge und wurden deshalb fast überall gnadenlos bejagt und verfolgt, so auch bei uns. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden alle Jagdpächter des damaligen Kreises Erkelenz verpflichtet, jährlich mindestens einhundert dieser angeblichen Feldschädlinge zu erlegen und die entsprechende Anzahl an Köpfen bei der Kreisjagdbehörde abzuliefern. Bei Nichterfüllung der vorgegebenen Abschusszahl musste der Jagdpächter für jeden nicht vorgelegten Kopf einen Silbergroschen an die Behördenkasse zahlen. Quelle: Ludwig Winkens, 08/21

Als erster überlieferter Spatzenkrieg gilt die Aussetzung eines Kopfgeldes gegen Spatzen durch König Friedrich den Großen im Jahr 1744, um die herrschaftlichen Felder vor den Spatzen zu schützen. Wegen der durch die Dezimierung der Sperlinge verursachten starken Ausbreitung der Insekten wurde dieses Kopfgeld jedoch bald wieder abgeschafft.

Die Spatzensteuer war vornehmlich im 18. Jahrhundert eine Steuer, die darauf gerichtet war, die Population des Haussperlings (im Volksmund „Spatz“ genannt) zu verringern, um das Saatgut vor Vogelfraß zu schützen. Eine solche Steuer wurde an vielen Orten erhoben. Quelle: Wikipedia

Der Spatz ist weiblich

Von Peter Honnen und Georg Cornelissen 

Das typisch rheinische Wort „Mösch“ verschwindet aus dem Sprachgebrauch. Auf der Suche nach der „Mösch“, musste ich erst einmal erklären, dass ich nach Spatzen suche. 

Die Mösch - Bläck Fööss - gesungen vor 40 Jahren von Tommy Engel – Foto wikipedia

Tommy Engel

Mer setzen des Meddags gewöhnlich en der Köch,
weil et do am schönsten es.
De Finster steiht op, op eimol flüg en Mösch
bei uns eren un setz sich op der Desch.