Wickrath liegt am Südrand des Niederrheinischen Tieflandes, auf der Schwalm-Nette-Platte, am Südrand der Mönchengladbach-Rheindahlener Lehmebene, am Nordrand der Niederrheinischen Bucht bzw. nördlich der Jülicher Börde, am Westrand der Jackerather und am Ostrand der Erkelenzer Lößplatte, an der hier stark versumpften Niers in 55 - 75 m über NN. Der historische Ortskern liegt in 60 - 72 m über NN.
Ein römerzeitlicher Verbindungsweg zur Straße Neuss - St.Odilienberg ist zu vermuten. Wickrath hatte keinen Anschluß an die nördlich der mittelalterlichen Ortslage vorbeiführende spätmittelalterliche Handelsstraße von Köln nach Venlo bzw. Herzogenbusch/Nimwegen.
Mesolithische Siedlungsplätze liegen bei Wickrathberg entlang der Niers. Bandkeramische Siedlungen sind östlich von Wanlo, an der Straße Wanlo - Hochneukirch und südöstlich des Autobahnkreuzes Wanlo aufgedeckt worden. Südöstlich von Wanlo ist ferner eine Siedlung der Rössener Kultur nachgewiesen.
Eine bedeutender Siedlungsplatz der Michelsberger Kultur bestand südlich von Wickrathberg. Die eisenzeitlichen Siedlungsstellen beschränken sich ebenfalls auf den Bereich Wickrathberg - Wanlo. Urgeschichtliche Siedlungsspuren sind für die mittelalterliche Ortslage nicht nachweisbar. Für die Römerzeit sind einige wenige Trümmerstellen überwiegend des II./III. Jh im Bereich der mittelalterlichen Ortslage entdeckt worden. Eine römische villa rustica lag in Wickrathberg.
Wickrath wird zum ersten Mal im Jahre 971 erwähnt (in Nomina Geographica Neerlandica) als Wickenrodero Marca. Im Jahre 1200 war der Ort Wickrath so bedeutend, daß er eine eigene Kirche bekam. |
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Im Jahre 1436 heißt es: "Die Vestinge von Wickerode." Am 6. November 1488 verlieh Kaiser Friedrich dem "Flecken zu Wickrath Statt und Marktrecht" ferner "Zolle und Wagengelt."
1439 an der Porten zu Dalen wart = Obere Pforte, lag am heutigen Lindenplatz. 1681 Untere Pforte, auch Freiheiter Pforte und Täuffenpforte genannt, heute Straße Untertor.
Die Entwicklung und Deutung des heutigen Ortsnamens ist unsicher.
Das "rath" ist aus rode = Rodung entstanden und weist auf Rodungen hin, die in der späteren Zeit des Frankenreiches vorgenommen wurden. Der starke Bevölkerungszuwachs verlangte nach größeren Ackerflächen.
Orts- und Flurnamen mit rath, rad, rod, rott weisen darauf hin. Ortsnamen, die auf
rath enden sind in der Umgebung von Wickrath häufig. Es seien nur einige genannt: Mennrath, Hilderath, Herrath, Beckrath, Venrath, Sasserath, Güdderath.
Ob die Silbe "Wick" von dem niederdeutschen "Wick" = Sumpf oder von einem Eigennamen herrührt, ist nicht mehr festzustellen. Nach der ersten Erklärung würde Wickrath "Rodung im Sumpf" bedeuten. Diese Auslegung paßt zum Charakter der Gegend. Noch heute gibt es Restsumpfgebiete zwischen Wickrath und Wickrathberg und zwischen Wickrath und Odenkirchen.
Grundherr im Flecken Wickrath war seit dem Mittelalter der Herr von Wickrath als Burgherr; zur Burg gehörte der Hof "Buschhusen" heute Buscherhof zwischen Wickrath und Beckrath, etwa 1 km von der mittelalterlichen Ortslage enfernt. Die Gerichtsherrschaft (Hoch- und Niedergericht) im Flecken Wickrath besaß der Herr von Wickrath. 1338 Verlagerung der Gerichtsstätte unter die Linden in der Ortslage Wickrath.
In dem Bürgermeisteramt (das Haus mit der Uhr und der Telegrafeneinrichtung auf dem Dach) war die Verwaltung der selbständigen Gemeinde Wickrath seit 1815 untergebracht.
1532 wird die schiesbahn erwähnt, sie lag in der Nähe der oberen Pforte.
1680 werden Schützen der wickrather Marck erwähnt.
Ende des VXIII. Jh sind die bewohner Wickraths von der Wachtschuldigkeit (Schloßwache) befreit.
1488 Flecken Wickrath Hauptort der gleichnamigen reichsunmittelbaren Herrschaft.
1798 Mairie Wickrath mit den ehemals zur Herrschaft Wickrath gehörenden Dörfern Beckrath, Herrath, Wickrathberg, Wickrathhahn, Buchholz, Kanton Odenkirchen, Arrondissement Krefeld, Roer-Departement.
1816 Bürgermeisterei Wickrath, Kreis Grevenbroich, Reg.-Bez. Düsseldorf.
1975 Stadt Mönchengladbach.